Busumrüstung, Vorauslöschfahrzeug und autonomer Kleinbus – alles aus NF vom GreenTEC Campus

Diesel raus, E-Motor rein

Die auf dem GreenTEC Campus (GTC) ansässige Firma I SEE Electric Busses hat ein Verfahren entwickelt, um Dieselbusse auf Elektroantrieb umzurüsten. Der Pilotbus dieser neuen „Strom-Linien“ mit dem Namen „Etro“, abgeleitet von Retro, hat die ersten rund 1000 Kilometer inzwischen erfolgreich absolviert. In den nächsten Monaten soll das Umrüstungs-Konzept auf dem GreenTEC Campus dann in die nächste Phase einsteigen. Ziel der beteiligten Firmen unter Federführung der I See Busses ist es, Werkstätten und Busbetriebe durch fertige Einbausätze und Spezial-Schulungen zur eigenständigen Umrüstung anzuleiten. Es gibt unzählige Dieselbusse, bei denen nur der Motor stört. Allein die Autokraft hat mehr als 10.000 Busse, für die die Umrüstung ein Schritt zur nachhaltigen Weiterverwendung („SecondLife“) wäre. Das Know-How soll an Werkstatt-Belegschaften in ganz Deutschland und darüber hinaus weitergegeben werden, um Arbeitslätze und kurze Wege zu erhalten und zu schaffen. Die erste Umrüstung dauerte noch einige Monate, in Zukunft ist es dann in nur einer Woche möglich, einen Dieselbus auf einen emissionsfreien Antrieb umzurüsten.

Die Busse haben derzeit Reichweiten von gut 200 Kilometern, was für viele Einsatzzwecke im öffentlichen Nahverkehr ausreicht - die stetigen Fortschritte in der Batterietechnik könnten die Reichweite aber zeitnah weiter vergrößern. Mit der Umrüstungsmethode will I SEE Electric Busses den Umstand ausnutzen, dass fabrikneue Elektrobusse, die häufig aus China kommen, derzeit lange Lieferzeiten von 1-2 Jahren haben. Dadurch kann die Umrüstung für Verkehrsunternehmen eine sehr interessante Alternative sein. Außerdem bietet dieses neue E-Mobilitäts-Konzept dem Norden die Chance, die hier erzeugte Energie selbst zu nutzen und vielleicht sogar die sogenannte Phantomstrom-Menge zu reduzieren, d.h. den Windstrom, der nicht in die Netze passt, direkt in die Busse zu „tanken“.


eVLF – elektrisches VorausLöschFahrzeug für die Feuerwehr

Zur schnellen Bekämpfung von Entstehungsbränden, Kleinbränden aber auch von Fahrzeugbränden ist der eVLF mit dem Impulslöschsystem IFEX ausgestattet. Das IFEX®-System wird mit Druckluft über Atemschutzflaschen versorgt und arbeitet völlig unabhängig von einer Spannungs- und Wasserversorgung. Der geringe Wasserbedarf (verbaut ist ein Tank mit 72 Liter Wasserinhalt) führt dazu, dass das Fahrzeug sehr kompakt gehalten werden kann. Der elektrische Renault Kangoo mit seinen PKW-Abmessungen kann im Vergleich zu den meisten herkömmlichen Löschfahrzeugen wendiger bewegt werden. Weiterhin kann es auch Einsatzorte schnell erreichen, bei denen es für größere Feuerwehr-Fahrzeuge schwierig wird, z.B. Fußgängerzonen, Parkhäuser und Tiefgaragen. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2.180 kg darf das Fahrzeug auch ohne LKW-Führerschein gefahren werden. Dies erhöht die Einsatzbereitschaft für viele Wehren erheblich, da der Nachwuchs mit entsprechendem Führerschein und Fahrpraxis gut verfügbar ist.

Das kompakte Vorausfahrzeug kann im Alarmfall direkt zum Einsatzort fahren und das geschulte Vorauskommando das Ausbreiten der Flammen mit dem speziellen Löschsystem ohne vorherige Einrichtung schlauchgebundener Wasserversorgung wirksam verhindern und dadurch Schäden minimieren. Laut Versicherungen könnten 80 % aller Brände bei schneller Einsatzbereitschaft innerhalb der ersten 15 Minuten unter Kontrolle gebracht und somit die Folgeschäden erheblich reduziert werden.

Die jahrelangen Erfahrungen in den Bereichen Brandbekämpfung und Elektro-Mobilität wollen wir mit unserem neuesten Produkt verbinden: der eVLF ist ein vollelektrisches PKW-Fahrzeug mit IFEX-Löschsystem sowie einer speziellen Löschdecke z.B. zum Abdecken bei Fahrzeugbränden. Ab sofort kann der eVLF bestellt werden, eine Schulung für bis zu 4 Feuerwehrleute ist dabei inklusive. Wer Interesse hat, kann sich auch gerne für eine der kommenden Infoveranstaltungen, in Planung ist der 20.11. zum Thema „Nachhaltige Mobilität“, vormerken lassen.


EMil – elektrisch autonom unterwegs

Im Juni 2018 wurde auf dem GreenTEC Campus ein Kleinbus der Firma EasyMile in Betrieb genommen - ein selbstfahrender Bus, der auf den Namen EMil getauft wurde. Ideen, wie man diese autonom fahrenden Kleinbusse in Zukunft einbinden kann, gibt es viele. So wäre ein Einsatz in Bereichen von Parkanlagen, Messe- und Betriebsgeländen oder die Beförderung von Fahrgästen zwischen bestimmten Orten wie z.B. von der Haustür zum nächsten Busbahnhof möglich. Im Fachjargon wird dieses als „letzte Meile“ bezeichnet. In den letzten Monaten wurde EMil auf Herz und Nieren geprüft und seine Zuverlässigkeit genauestens begutachtet - nicht nur von den Busbegleitern des GTC, sondern auch von vielen Besuchern. Gäste aus Politik, Gesellschaft und interessierte zukünftige Nutzer konnten sich von der Funktionsweise dieser angenehmen Transportmöglichkeit überzeugen. Besonders spannend wird es in den kommenden Monaten, denn EMil kann ab sofort auch für externe Veranstaltungen gebucht werden. Z.B. bei Festivals, Messen oder auch kleineren Veranstaltungen könnte der Kleinbus EMil den Shuttle-Verkehr auch in engeren Straßen oder beruhigten Bereichen übernehmen.

Einen Erlebnistag auf dem GreenTEC Campus mit vielen Infos zur nachhaltigen Energieerzeugung, der elektrischen Mobilität der Zukunft inkl. Probefahrten u.v.m. können unter Sie unter 04662 - 89 12 770, per Mail: info@greentec-campus.de oder über unsere Homepage buchen.